NICOLE KIERSZ


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tulipa / INDEX2020




Die Einführung der Tulpe in Europa ist mit einer Legende verknüpft, der zufolge ein türkischer Händler Tulpenzwiebeln in Stoff verbarg. Da man sie für Zwiebeln hielt, wurden sie entsorgt – nur um im folgenden Jahr zu blühen und damit den Beginn der Tulpenmanie einzuläuten. Historisch belegt ist jedoch, dass der Gesandte Ogier Gisleen van Busbecq Tulpenzwiebeln von Sultan Süleyman mitbrachte, die später durch den Botaniker Carolus Clusius verbreitet wurden. Einst ein osmanisches Exotikum, wurde die Tulpe zum nationalen Symbol der Niederlande, steht aber auch für die Risiken des Kapitalismus, da der spekulative Tulpenhandel zur ersten Finanzblase der Geschichte führte.

In tulipa illustriert die gewebte Struktur von Tulpenadern, wie das Exotische ohne kritische Reflexion zum Vertrauten wird. INDEX thematisiert die Fragilität des Kapitalismus, indem eine fragmentierte DAX-Kurve aus dem ersten COVID-19-Lockdown eingewoben wird. Über ihre Schönheit hinaus symbolisiert die Tulpe die Verwundbarkeit von Wohlstand und die Instabilität der Globalisierung. Die Ähnlichkeit zwischen Tulpenadern und Aktiencharts ist zufällig, doch ihre historische Verbindung ist nachdenklich stimmend – sie fordert uns dazu auf, ein globales Wirtschaftssystem zu hinterfragen, das mit jedem Tag zerbrechlicher erscheint.








     



 
  

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